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Unsere Anforderungen an S21

Am 30.03.2010 wurde der erste Anforderungskatalog für Menschen mit Mobilitäts- und/ oder Orientierungseinschränkungen aufgestellt und der Bürgerbeauftragten für Stuttgart 21 übergeben. Diese Anforderungen werden hier nochmals zusammengefasst und um weitere Punkte, die sich im Laufe der vergangenen Monate ergeben haben, ergänzt. Die neue DIN 18 040 gilt als Planungsleitfaden.Da diese Norm jedoch lediglich Mindestanforderungen darstellt, sollen die Barrierefreiheit betreffenden Planungen in allen Bauabschnitten mit dem Bündnis Barrierefreies Stuttgart 21 (BS21) abgestimmt werden.
 

Mobilitätseingeschränkte Menschen brauchen
  • möglichst kurze und rollstuhltaugliche Wege, mit genügend Breite für Begegnungsverkehr, mit gut berollbaren  und bei jeder Witterung sicher befahrbaren Belägen
  • gut beleuchtete, gekennzeichnete barrierefreie Wege
  • leicht lesbare Beschilderungen und Übersichtspläne auch bei hohem Andrang auf den Interimswegen,
  • Barrierefrei erreichbare Toilettenanlagen mit barrierefreien Sanitärräumen in allen Phasen des Umbaus, sowie behindertengerechte Feuerschutztüren
  • zusätzliche persönliche Hilfestellung durch Lotsen, die etwa Wege zur Bushaltestelle oder zur U-Bahn erklären und auch bei der Bewältigung der Wegstrecken behilflich sind
  • Gehhilfen oder Rollstühle, die zusätzlich verfügbar sein müssen, falls eingeschränkt gehfähige Personen die weiten Wege nicht bewältigen können. Wenn die Barrierefreiheit vorübergehend nicht gewährleistet ist, sollte ein Sonderfahrdienst für mobilitätseingeschränkte Reisende eingerichtet werden
  • Die einzige für Rollstuhlbenutzer in Einzelfällen selbstständig nutzbare Verbindung zwischen Klett-Passage (Stadtbahn und S-Bahn) und Bahnhofsgebäude Richtung Nordausgang muss durchgängig erhalten bleiben,
  • Alle Informationen müssen auch von zu Hause aus über Internetportale wie EFA abrufbar sein.
Die Anforderungen blinder und sehbehinderter Menschen
  • Der Querbahnsteig sowie die Bahnsteige sind mit einem Blindenleitsystem auszustatten. Auf dem Querbahnsteig muss dieses insbesondere auf die beiden Baubrücken über die Baugrube sowie die Zugänge zu den Bahnsteigen hinweisen,
  • Der direkte Zugang zur S-Bahn von der heutigen Querbahnsteighalle bei Gleis 3 muss so lange wie möglich erhalten bleiben.
  • Behelfswege und Baustellenabsperrungen müssen auch für Sehbehinderte absolut sicher sein. Die Beleuchtung muss eine klare Orientierung ermöglichen: kein diffuses Licht!
  • Für die gesamte Bauzeit ist eine barrierefrei erreichbare Informationsstelle im Hauptbahnhof an einem konstanten Standort einzurichten. Ergänzt werden soll diese durch eine kostenlos erreichbare telefonische Servicehotline, einen speziellen Newsletter sowie weitere internetbasierte Informationskanäle wie Twitter.
  • Die Lärmentwicklung durch den Baubetrieb sollte möglichst gut abgedämmt sein, um die Verständlichkeit der Ansagen nicht zu beeinträchtigen.
  • Bei niveaugleichen Querungen von Fußgängerwegen mit Baustraßen ist sicherzustellen, dass für blinde und sehbehinderte Menschen die Grenze zur Baustraße eindeutig erkennbar ist (3 cm Bordsteinkante). Werden im Bereich des Hauptbahnhofes gesicherte Fußgängerüberwege angelegt, die einen Zugang zum Hauptbahnhof ermöglichen, sind diese mit Zusatzeinrichtungen für blinde und sehbehinderte Menschen auszustatten.

Eine ausführlichere Auflistung aller Forderungen findet sich in dieser PDF-Präsentation.

 

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