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Die Geschichte
des DIPB eV
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Matthias Hahn, Baubürgermeister Stuttgart, Schirmherr des DIPB

Die Geschichte des DIPB

Der „Dachverband Integratives Planen und Bauen Stuttgart e.V.“ wurde am 25.01.1994 gegründet. Er übernahm die Aufgaben der „Interessengemeinschaft Behindertengerechtes Planen und Bauen“. Diese bestand seit 1986 als Zusammenschluss Stuttgarter Selbsthilfegruppen und Behinderteneinrichtungen.

Durch die Rechtsform als Verein konnte der Verband nun auch als offizieller Ansprechpartner für Behörden und Firmen fungieren. Er vertritt dabei die Belange von behinderten Menschen bei baulichen Fragen und damit auch in Fragen des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs. Als Dachverband kann er dabei auch auf die Unterstützung und die fachlichen Erfahrungen der Menschen zurückgreifen, die in den Vereinen, Gruppen und Einrichtungen organisiert sind, die als juristische Mitglieder dem Verband beigetreten sind.

Im Begriff „Integrativ“ kommt zum Ausdruck, dass eine entsprechende Ausgestaltung der Umwelt neben behinderten Menschen z. B. auch Kinderwagen schiebenden Eltern oder älteren Menschen zugutekommt. Da die Anforderungen der einzelnen Nutzergruppen zum Teil einen Zielkonflikt bilden, ist es sinnvoll zunächst einen gemeinsamen, von allen getragenen Kompromiss zu finden und diesen dann gegenüber Bauherrn und Behörden zu vertreten. Ein wichtiges Beispiel dafür ist die Bordsteinhöhe von 3 cm an Überwegen, als Kompromiss zwischen dem Wunsch des Rollstuhlbenutzers nach einem möglichst schwellenlosen Übergang und der Notwendigkeit dem Blinden einen mit dem Stock tastbaren Absatz zu Verfügung zu stellen.

Mit der Reihenfolge „Planen und Bauen“ ist im Übrigen der immer wieder vorkommende Fehler angesprochen, dass häufig zunächst gebaut wird und dann erst die barrierefreie Ausführung geplant wird.

Die Ortsangabe „Stuttgart“ wurde 2007 aus dem Vereinsnamen gestrichen, da die Aktivitäten sich schon seit Langem nicht mehr ausschließlich auf die Stadt und Region Stuttgart beschränken.
 

Aktive Gremienarbeit des DIPB

In verschiedenen Gremien der Stadt Stuttgart ist der DIPB seit vielen Jahren vertreten. Schon von 1994 an war die 1. Vorsitzende, Frau Dr. Broermann Mitglied im Städtebauausschuss der Stadt Stuttgart. Seit 1995 zusätzlich in der „Arbeitsgemeinschaft sozialverträgliche Planung“ (AGSP), einem verwaltungsinternen Gremium mit Vertretern verschiedener städtischer Referate. Viele bilaterale Kontakte mit den verschiedenen Ämtern bis hin zum Oberbürgermeister, Fortbildungsveranstaltungen zur Sensibilisierung der städtischen Mitarbeiter und Ausstellungen auf Informationsveranstaltungen zu konkreten Projekten ergänzten die Aktivitäten in der Stadt Stuttgart.

Mit der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) besteht ebenfalls von Anfang an ein reger und fruchtbarer Dialog. Bei Haltestellenbegehungen, Diskussion von Ausführungsplänen und Fahrzeugtests konnten viele Anregungen eingebracht werden. Seit 1998 ist der DIPB offizieller Ansprechpartner der SSB in Behindertenfragen und wird daher u. a. regelmäßig zu einem Jahresgespräch mit dem Vorstand der SSB geladen.

Auf Landesebene gab es schon von 1994 an immer wieder Stellungnahmen, Gespräche und Umsetzungsvorschläge zur Überarbeitungen der Landesbauordnung (LBO) mit dem Ziel die Barrierefreiheit zumindest für Neu- und Umbauten öffentlich zugänglicher Gebäude sicherzustellen, aber auch den Anteil barrierefrei erreich- und nutzbaren Wohnraums langfristig zu vergrößern.

Der erste „Tag behinderter Menschen im Parlament“ (des Baden-Württembergischen Landtags) am 25.01.1995 wurde vom DIPB organisatorisch und inhaltlich mit vorbereitet und mit einer Fotoausstellung begleitet. Frau Dr. Broermann durfte die Veranstaltung mit einem Redebeitrag eröffnen und außerdem am Vortag dem damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog die Ausstellung erläutern. Auch an Vorbereitung und Durchführung der weiteren „Tage behinderter Menschen im Parlament“ in den Jahren 1998, 2003 und 2007 war der DIPB beteiligt.

Neben diesen sehr unterschiedlichen Gremienarbeiten war von Anfang an die individuelle Beratung von Architekten, Bauherren und Bauträgern bei konkreten Vorhaben ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des DIPB. Nicht selten hat sich aus einer solchen Beratung eine langfristige Mitarbeit im DIPB entwickelt, bei der sich der ursprünglich Beratene zum engagierten Experten weiterentwickelt hat.
 

Unterstützung für Architekten und Planer

Unter anderem zur Unterstützung dieser Beratungstätigkeit hat der DIPB ab 1994 Checklisten entwickelt, mit deren Hilfe eine strukturierte Bewertung von bestehenden oder neuen Projekten erleichtert wird. Im Rahmen einer verstärkten Zusammenarbeit mit der Architektenkammer Baden-Württemberg ab 1997, vor allem im Rahmen der Fortbildung, wurden diese Checklisten dann gemeinsam mit der Architektenkammer herausgegeben.

Ebenfalls in Kooperation mit der Architektenkammer Baden-Württemberg hat der DIPB im Jahr 2003 erstmals den Architekturpreis „Beispielhaftes Barrierefreies Bauen“ ausgelobt und vergeben. Mit diesem Preis sollen gelungene Lösungen bei der barrierefreien Gestaltung gewürdigt und veröffentlicht werden. Im Jahr 2007 wurde dieser Preis zum 2. Mal verliehen.

Im Laufe der Jahre ist der Bedarf an Beratung und Unterstützung bei der Planung und praktischen Umsetzung von barrierefreiem Bauen stetig gestiegen. Außerdem nehmen Gremienarbeit und Fortbildungsveranstaltungen einen immer größeren Raum ein. Deshalb bestehen heute zwei Arbeitsgruppen: die Gruppe Nahverkehrsplanung und die Gruppe Bauwesen. In den Sitzungen dieser Gruppen werden aktuelle Probleme und Anfragen von aktiven Mitgliedern des DIPB besprochen und Lösungsvorschläge erarbeitet. Nur so lässt sich der immer komplexer werdende Arbeitsaufwand der Beratungsanfragen kompetent und zeitnah bewältigen. Alle in diesen Gruppen tätigen Mitglieder des DIPB arbeiten ausschließlich ehrenamtlich.
 

Vorstand und Schirmherren

Seit der Gründung des DIPB war Frau Dr. Ursula Broermann als 1. Vorsitzende ehrenamtlich tätig. Am 11.11.2002 wurde ihr für ihre Arbeit das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Im Jahr 2006 musste sie dieses Amt aus Gesundheitsgründen leider abgeben, blieb aber bis zu ihrem Tode im Juni 2008 als Mitglied im Vorstand, wo ihr Rat aufgrund ihres profunden Wissens nach wie vor gefragt war.

Im Mai 2006 wurde Herr Helmut J. Müller zum 1. Vorsitzenden gewählt. Herr Müller war vorher 2. Vorsitzender und hat daher die Arbeit des DIPB von Anfang an begleitet und mitgestaltet. 2. Vorsitzende ist seit Mai 2006 Frau Dr. Elisabeth Müller.

Als Schirmherren konnte der DIPB ehemalige bzw. amtierende Baubürgermeister der Stadt Stuttgart gewinnen. So stand von 1994 bis 2006 Herr Prof. Hansmartin Bruckmann dem Verband mit Rat und Tat zur Seite. Seit 2006 hat Herr Matthias Hahn diese Aufgabe übernommen.

Die Kernaufgabe des DIPB ist die Schaffung einer möglichst barrierefreien Umwelt. Beispiele über die Tätigkeiten des DIPB hierzu finden Sie unter Referenzprojekte.

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Mit dem Dr. Ursula Broermann-Preis für beispielhaftes barrierefreies Bauen belohnt der DIPB gemeinsam mit der Architektenkammer Baden-Württemberg herausragende Beispiele für barrierefreies Bauen.. Mehr ...

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Eine unermüdliche Kämpferin:

Dr. Ursula Broermann, Gründungsvorsitzende des DIPB †2008